Erster Schritt zur Wiederbewässerung des Pfungstädter Moores ist getan.

Hessisches Umweltministerium beschließt Wiedervernässung von Pfungstädter Moor

06.05.2021Pressestelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Allein in diesem Jahr über 270.000 Euro Fördermittel für zentrales Natur- und Klimaschutzprojekt im Ried.
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BUND fordert die Wiederherstellung des Moores als Ausgleichsmaßnahme für den Hessentag

Aus dem Darmstädter Echo vom 7. Februar 2020:

PFUNGSTADT - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Landkreis und in der Stadt Darmstadt hat nun von der Landesregierung gefordert, das Pfungstädter Moor als Ausgleichsmaßnahme für die beim Hessentag in Pfungstadt zu erwartenden Umweltschäden bis 2023 wiederherzustellen. Wie berichtet, ist das Pfungstädter Moor in den vergangenen Jahren zusehends ausgetrocknet. Um das Naturschutzgebiet im Süden der Stadt zu erhalten, soll das 97 Hektar große Areal bewässert werden. Allerdings kann die Rettungsaktion frühestens 2021 beginnen. In diesem Jahr noch will das Regierungspräsidium Darmstadt prüfen lassen, ob ein Rohrsystem genutzt werden kann, mit dem bereits von 1999 bis 2008 das Moor vor dem Austrocknen bewahrt worden ist. „2023 wird Pfungstadt den Hessentag ausrichten. Der hessische Ministerpräsident erwartet, dass die Stadt mit ihrer einzigartigen Kulturlandschaft, dem hessischen Ried, ein hervorragender Gastgeber sein wird“, schreibt nun der BUND. Die Freude über ein hessisches Bürgerfest werde allerdings getrübt durch die massiven Umweltschäden, die der Klimawandel in Pfungstadt und im Ried unübersehbar bereits angerichtet habe. „Es ist zu erwarten, dass Anreise und Aufenthalt von etwa einer Million Besuchern ganz unweigerlich weitere Schäden mit sich bringen werden, zumal Pfungstadt derzeit weder über eine starke Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verfügt noch über ausreichende Möglichkeiten, die zu erwartenden Blechlawinen unterzubringen.“ Der BUND in Darmstadt und im Landkreis fordert deshalb, dass der Hessentag „umweltfreundlich“ werden muss. Darauf solle sich die Planung von Anfang an ausrichten. Der Nahverkehr soll frühzeitig ertüchtigt werden und jede Flächennutzung für den Hessentag letztlich zu einer Aufwertung der Flächen führen, heißt es weiter. Weil aber selbst bei kluger Organisation Umweltschäden unvermeidlich seien, fordert der BUND von der Landesregierung „beherzte Ausgleichsmaßnahmen“ und hat dafür auch gleich einen ersten naheliegenden Vorschlag: die Wiederherstellung des Pfungstädter Moors. Die Entwässerung dieses einst wunderbaren Naturschutzgebiets im Hessischen Ried, das zugleich ein bedeutender CO2-Speicher ist, sei „ein Naturfrevel“. Seit Jahren warte das Moor auf seine Wiedervernässung. Es ist längst klar, was zu tun wäre, nur die Entscheidung der zuständigen Behörden lässt wieder und wieder auf sich warten. Anlässlich des Hessentags 2004 in Heppenheim sei das Naturschutzzentrum Bergstraße eingerichtet worden. „Wir fordern zum Hessentag 2023 ein ähnliches Signal, nämlich dass bis dahin das Schutzgebiet Pfungstädter Moor wiederhergestellt und dauerhaft eingerichtet ist. Dazu ist die Wiedervernässung nur ein Teilschritt“, schreibt der BUND. Erforderlich sei eine „zügige und großzügige Gesamtkonzeption mit modernisierten Schutzverordnungen für das Moor und sein Umland“. Besser noch wäre die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tischs Ried bis zum Hessentag: „Wenn auf diese Weise eine Natur-Oase im Ried wiederhergestellt würde, dann wären Rummel und Umweltbelastung, die das Fest der Hessen mit sich bringt, besser zu verkraften und ein Teil der entstehenden Klimagase könnte langfristig gebunden werden.“

07.01.2020

Erste Reaktionen auf die Resolution zur Aktion „Wasser marsch!“ vom 19.10.2019 am Pfungstädter Moor

Mittlerweile hat auch die Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid auf die Resolution des Ortsverbandes geantwortet.
Leider ist das Ergebnis sehr ernüchternd, denn nach ihrer Aussage ist mit einer Wiederbewässerung des Moores frühestens im Jahr 2021 zu rechnen.
Bündis90/Die Grünen wollen diese Hinhaltetaktik nicht akzeptieren und werden auf der Mitgliederversammlung am 16. Januar 2020 darüber diskutieren, wie der Druck auf das Regierungspräsidium und auf das Ministerium erhöht werden kann. 

Ohne weitere Proteste von engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der beteiligten Umweltverbände muss befürchtet  werden, dass durch die fortdauernde Verzögerung der Bewässerung, im Moor ökologische Schäden entstehen, die letztlich irreparabel sind.

Lesen Sie dazu das Antwortschreiben der Regierungspräsidentin und einen Artikel im Darmstädtern Echo, der am 09.01.2020 erschienen ist.

Opens external link in new windowDE: Rettungsplan für das Pfungstädter Moor

Antwort Regierungspräsidentin Lindscheid

Nach der Aktion „Wasser marsch!“ wurde die Resolution vom Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen an die zuständige Ministerin Priska Hinz, die Präsidentin des Regierungspräsidiums Darmstadt, Brigitte Lindscheid, den Wasserverband Hessisches Ried Hans-Jürgen Fischer und den Bürgermeister der Stadt Pfungstadt Patrick Koch versandt.

Erste positive Antworten auf unser Anschreiben bzw. die Resolution gab es bisher von Ministerin Priska Hinz und Patrick Koch: 
Antwort Ministerin Hinz zur Resolution

Antwort Ministerin Hinz zur Umsetzung und Finanzierung

Antwort Bürgermeister Koch

Das Regierungspräsidium und der Wasserverband hüllen sich bisher in Schweigen.

Wasser Marsch! am 19. Oktober 2019

Wasser Marsch! am 19. Oktober 2019 „Menschen-Eimer-Kette“ – Aktion zur Bewässerung des Pfungstädter Moores

50 Menschen bildeten eine Eimerkette

Die Aktion „Wasser marsch!“ am Pfungstädter Moor am vergangenen Wochenende kann trotz des trüben und zeitweilig regnerischen Wetters als Erfolg verbucht werden. Ca. 50 Personen folgten dem Aufruf, sich an einer Eimerkette zur symbolischen Bewässerung des Moores zu beteiligen. Der Vorstand der Pfungstädter GRÜNEN zeigte sich hochzufrieden.

Eigentlich könnte man meinen, es hätte am vergangenen Wochenende der zahlreichen Eimer-TrägerInnen gar nicht bedurft: Es regnete stetig und ausreichend auch ins ausgetrocknete Pfungstädter Moor. Doch weit gefehlt – Regenwasser allein kann den Bedarf des Moores nicht decken!

Dass sich trotz des nassen Wetters fast 50 Personen zu der Aktion eingefunden hatten, machte die Stimmung fröhlich und optimistisch. In seinem Einführungsstatement betonte Klaus Marake, Vorsitzender des OV Bündnis90/GRÜNE, die Dringlichkeit einer Wiederbewässerung des Moores. „Wir wollen, dass unverzüglich gehandelt wird, denn ansonsten könnte dieses Kleinod als Natur- und Vogelschutzgebiet unwiederbringlich verloren gehen.“ Im Anschluss wurden in einer einstündigen Aktion Eimer mit Wasser befüllt, von Mensch zu Mensch weitergereicht und dann im Randbereich des austrocknenden Moores entleert.

Neben Mitgliedern des NABU Pfungstadt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Naturfreunde Pfungstadt, beteiligten sich zahlreiche Sympathisanten und Mitglieder der GRÜNEN Pfungstadt an der Eimerkette. Alle waren sich einig: Die Erhaltung des Moores für den Natur- und Vogelschutz, aber auch als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung von Südhessen ist eine Zukunftsaufgabe, welche auch für die nachfolgenden Generationen von Bedeutung ist. Mit jedem Feuchtgebiet, das verloren geht, verarmen Flora und Fauna, und es verstärkt sich der Klimawandel. Mit keiner technischen Maßnahme kann diese fatale Entwicklung rückgängig gemacht werden.

Die an der Aktion beteiligten Verbände formulierten ihre Ziele in einer "Resolution zur Erhaltung des Pfungstädter Moores als Natur- und Vogelschutzgebiet" (s. Pressemeldung). Mit der Übergabe der erarbeiteten Resolution an die verantwortlichen Politiker und Gremien wollen die Grünen in Pfungstadt für rasches Handeln plädieren und eine schnelle Umsetzung der formulierten Forderungen anstoßen.

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URL:https://www.gruene-pfungstadt.de/themen/pfungstaedter-moor/